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Der Arctic Train auf der Ofoten-Linie oberhalb des Fjords am frühen Abend bei bedecktem Wetter.
Der Arctic Train am Bahnsteig eines Bahnhofs. Unten ein rotes Gebäude, geradezu ein schneebedeckter Berg.
Ein Guide zeigt einer Gruppe von drei Männern und einer Frau ein Modell der Baustelle der Ofoten-Linie.
Modell eines Hauses mit Bahnsteig neben einem Bach aus der Zeit des Baus der Ofoten-Linie.
Der blaue Arctic Train auf den Gleisen, im Hintergrund der Rombaksfjord, im Vordergrund gelbe Blätter.

Über den Arctic Train

Willkommen auf Norwegens nördlichster Eisenbahnstrecke – einer unvergessliche Reise durch dramatische, raue Landschaft und historische Ereignisse. Der Arctic Train verkehrt auf der 43 Kilometer langen Ofoten-Linie zwischen Narvik und der schwedischen Grenze.

Der Arctic Train an einem steilen Hang über dem Rombaksfjord an einem sonnigen Herbsttag.

Die dramatische Geschichte der Ofoten-Linie

Die Ofoten-Linie erstreckt sich von Kiruna in Schweden bis zum Hafen von Narvik in Norwegen. Ende 1902 wurde der Bau der Bahntrasse abgeschlossen, und am 14. Juli des darauffolgenden Jahres fand die offizielle Einweihung statt. Der Bau selbst dauerte 5 Jahre, aber die Pläne begannen lange vorher. Bereits 1882 erhielt die Swedish and Norwegian Railway Co. Ltd., eine britische Gesellschaft, die Lizenz zum Bau einer Bahnstrecke zwischen den großen Eisenerzvorkommen in Nordschweden und der eisfreien Küste in Norwegen. Nach ein paar Jahren Bauzeit gingen die Briten in Konkurs, und das Projekt lag auf Eis, bis die norwegische und schwedische Regierung 1898 beschlossen, es fertigzustellen.

Die Verschiffung des Eisenerzes aus Schweden war der Hauptgrund, hier eine Eisenbahnstrecke zu bauen, und ist immer noch die wichtigste Funktion der Ofoten-Linie. Bis heute hat die Bahn mehr als 1 Milliarde Tonnen Eisenerz transportiert. Der Bau der Bahnlinie war aufgrund des rauen Klimas und der Landschaft eine extreme Herausforderung. Die Streckenarbeiter, die sogenannten Rallare, kamen hauptsächlich aus anderen Gebieten Norwegens und Schwedens. Bis zu 5 000 Menschen arbeiteten hier. Während der 5 Jahre, die der Bau der Eisenbahn dauerte, entstand in Rombaksbotn eine ganze Stadt, die alles von Geschäften über ein Hotel bis hin zur Kegelbahn bot. Nachdem die Eisenbahn fertiggestellt war, wurde Rombaksbotn aufgegeben, und heute zeugen nur noch die Fundamente von der einstigen Existenz der Stadt.

Fast 40 Jahre später standen Narvik und die Ofoten-Linie erneut im internationalen Rampenlicht. Der Zweite Weltkrieg hatte begonnen, und die Nachfrage nach Eisen war hoch. Narvik und die Bahnlinie wurden zu einem begehrten Ziel. Am 9. April 1940 fielen die deutschen Truppen ein, und die Schlacht um Narvik begann – eine Schlacht, die 62 Tage dauerte und an der alliierte Streitkräfte aus Norwegen, Großbritannien, Frankreich und Polen beteiligt waren. Am 10. Juni, 5 800 Menschenleben später, kapitulierten die Alliierten schließlich.

Während der Zugfahrt können Sie über das automatische Guide-System mehr über die interessante Geschichte der Ofoten-Linie erfahren.

Zwei Personen in bunten Jacken gehen auf dem Bahnsteig der Station Rombak neben dem Arctic Train

Neuer Erlebnisse mit dem Arctic Train

Im Mai 2020 nahm der Arctic Train seinen Betrieb auf der Ofoten-Linie zwischen Narvik und der schwedischen Grenze auf. Die Strecke wird das ganze Jahr über täglich bedient und führt durch eine einzigartige und wunderschöne Landschaft vom Fjord bis hinauf ins arktische, alpine Terrain.

Bis zu 247 Personen können in den drei Waggons mitfahren, und die Fahrt von Narvik bis zur Grenze in Bjørnfjell dauert etwas mehr als eine Stunde. An interessanten und landschaftlich reizvollen Orten entlang der Strecke drosselt der Zug die Geschwindigkeit, und zwischen Narvik und Bjørnfjell passiert er die Bahnhöfe Rombak, Katterat und Søsterbekk.

Ab dem 1. März 2021 soll der Arctic Train bis nach Abisko fahren und auf dem Weg dorthin den schwedischen Wintersportort Riksgränsen passieren. Dann kann man die aufregende Bahnfahrt im Winter mit spannenden Schneeabenteuern kombinieren. Ob die Grenze überquert werden kann, hängt von den Maßnahmen der Regierung zur Verhinderung der Ausbreitung von COVID-19 ab.